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Miteinander Wohnen

Grünauer Urgestein Fritz Hundt zeigt Ausstellung über „Leipziger Platzwunde“

Eine Ausstellung über den Wilhelm-Leuschner-Platz ist derzeit im Foyer Apels Bogen zu sehen.

Fritz Hundt vergrößern Hobbyhistoriker und UNITAS-Mitglied Fritz Hundt vor seiner Ausstellung „Leipziger Platzwunde“. Foto: WG UNITAS eG Wohnungsgenossenschaft UNITAS eG (E-Mail ) Hobbyhistoriker und UNITAS-Mitglied Fritz Hundt hat akribisch die bewegte Geschichte dieses zentralen Leipziger Ortes auf etwa 15 Ausstellungstafeln dokumentiert und dabei ein umfangreiches historisches Bild gezeichnet. Er erzählt Geschichten von ehemaligen Anwohnern und ortsansässigen Geschäften, erklärt die wechselnde Bebauung des Platzes und berichtet über die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg.

„So etwas entsteht bei mir nebenbei“, lächelt der 77-jährige. Das Material für die Ausstellung sammelte er über viele Jahre hinweg. Er entnahm es aus Dokumentationen, Zeitungen und Büchern. Manchmal waren es auch reine Zufälle, die ihn zu neuen Fotos führten. So traf er beim Kopieren historischer Aufnahmen im Copyshop einen Herrn, dessen Vater ein Geschäft am Kaiserplatz hatte, wie der Platz früher hieß. Der stellte ihm wiederum weitere historische Aufnahmen zur Verfügung.

Fritz Hundt ist jemand, der sich nicht zur Ruhe setzt und immer am Ball bleibt. So baute der ehemalige Mathematik- und Physiklehrer der Leipziger Sportschule das dort ansässige Leipziger Sportschulmuseum auf, das er bis heute ehrenamtlich betreut. Akribisch dokumentiert er die Erfolge der Schüler und Absolventen. Viele Olympioniken sind hier natürlich dabei. Darüber hinaus gestaltete Fritz Hundt Ausstellungen zum Beispiel über Richard Wagner, Kurt Masur oder Martin Luther. Zuletzt hatte er elf Abschiedsbriefe von zum Tode verurteilten Widerstandskämpfern des Zweiten Weltkrieges handschriftlich auf Ausstellungsplakate gebracht. „Das war mein Durchbruch“, schmunzelt der rüstige Rentner, bescheiden, aber doch etwas stolz. Die Ausstellung stieß auf riesiges Interesse bei Besuchern, Medien und Wissenschaftlern.

Neben der Geschichte liebt er die Natur. Er und seine Frau Ingrid pflegen und bewirtschaften einen einzigartigen Park mitten im Grünauer Wohngebiet. 1981, als sie mit ihrem Sohn nach Grünau zogen, pflanzten sie hier die ersten Bäumchen und bewirtschaften seit dem dieses 100 Hektar große Grundstück. Inzwischen stehen hier große Bäume, viele Büsche, Blumen und liebevoll gestaltete Kunstwerke aus Naturmaterialien. Der Park ist offen für alle – ob während der Osterausstellung mit über 10.000 Eiern, zu Anwohnerfesten, die die beiden organisieren oder zum Einfach-mal-vorbeischauen.

„Fritz Hundt ist für die UNITAS nicht einfach nur ein Mitglied, sondern jemand, der die Nachbarn zusammen bringt, der sich engagiert und für ein gutes Miteinander sorgt“, erzählt Steffen Foede. Als 2014 die Wohnung der Hundts abgerissen wurde, war es für die beiden Grünauer klar: Wir bleiben hier. Noch während der Bauarbeiten an ihrem neuen Zuhause zogen sie bei der UNITAS ein, mit Blick auf ihr Lebenswerk, den „Hundtschen Park“ am Frankenheimer Weg. Die Geschichte des Parks und der Familie ist inzwischen verfilmt und erstmalig im November auf Kinoleinwand gezeigt worden.

„DIE LEIPZIGER PL ATZWUNDE: DER WILHELM-LEUSCHNERPLATZ – DIE VORGESCHICHTE“

 Ausstellung im Apels Bogen bis Januar 2019 geöffnet
Mo, Mi 9 - 15 Uhr
Di, Do 9 - 18 Uhr
Fr 9 - 13 Uhr

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