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Miteinander Wohnen

Vernetzte Wohnung erleichtert Leben im angestammten Umfeld

UNITAS baut drei Testwohnungen / VSWG initiiert mit Staatsministerium des Innern Pilotprojekt zum Städtebau der Zukunft

Vorstellung ALL-Wohnung der WG UNITAS eG vergrößern Jürgen Linke (WBG Burgstädt eG), Steffen Foede (WG UNITAS eG), Ulrich Menke (SMI), Dr. Axel Viehweger (VSWG) (v.l.n.r) bei der Vorstellung einer Wohnung "Selbstbestimmt Leben im Alter" in Leipzig Möckern. Foto: WG UNITAS eG Wohnungsgenossenschaft UNITAS eG (E-Mail ) „Unsere Wohnungsgenossenschaft verjüngt sich. Trotzdem beträgt das Durchschnittsalter unserer Mitglieder immer noch 58 Jahre – viele sind deutlich älter. Sie wollen in ihrer Wohnung bleiben – wenn möglich bis ins hohe Alter“, erzählt UNITAS-Vorstand Steffen Foede zur Pressekonferenz anlässlich des Pilotprojektes „Städtebau der Zukunft“. Mit diesem Bedarf ist die UNITAS in Sachsen nicht allein. Immer mehr Wohnungsgenossenschaften benötigen Lösungen, um ihren Mitgliedern das lebenslange Wohnen in der eigenen Wohnung zu ermöglichen.

Der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) hat deshalb zusammen mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI) das Pilotprojekt zur Praxiserprobung von Lösungsansätzen aus den Ergebnissen der Studie Städtebau der Zukunft und dem definierten Standard der „Mitalternden Wohnung“ initiiert, die ein selbstbestimmtes Wohnen und Leben im Alter ermöglichen und gleichzeitig die sinnvolle Nutzbarkeit des Wohnraumes für jüngere Generationen belegen.

Dabei wurden insgesamt fünf Testwohnungen bei der Wohnungsgenossenschaft UNITAS eG (drei Wohnungen) sowie der Wohnungsbaugenossenschaft Burgstädt eG (zwei Wohnungen) mit einem Zuschuss von 10.000 Euro pro Wohnung barrierefrei umgebaut und mit Assistenzsystemen ausgestattet. Im Gegenzug verpflichteten sich die beiden Wohnungsgenossenschaften, dass die Nettokaltmiete mindestens 10 Jahre lang 6,50 Euro kalt pro Quadratmeter beträgt.

Mit den Fördermitteln des SMI konnte die Wohnungsgenossenschaft UNITAS im letzten Halbjahr drei 1- bis 2-Raum-Wohnungen in der Erika-von-Brockdorff-Straße 16 und in Grünau An der Kotsche 1 nach modernstem Standard barrierefrei umbauen und mit AAL-Technik ausrüsten. Zu den Ausstattungsdetails gehören Rauch- und Wassermelder, Notrufanbindung, beleuchtete Taster, LED-Orientierungslicht, eine Schnittstelle für Smartphone sowie Tablet und vieles mehr.

„In Leipzig verstärkt sich der demografische Wandel. Wir werden nicht nur immer mehr, sondern auch immer älter und wollen trotzdem selbstbestimmt Leben. 2025 wird jeder zehnte Sachse 80 Jahre oder älter sein. Unter anderem fehlt für diese Gruppe entsprechender bezahlbarer und moderner Wohnraum. Kaum ein ostdeutscher Rentner kann sich eine Neubau- oder eine aufwändig sanierte Wohnung für 8 bis 10 Euro kalt pro Quadratmeter leisten. Darunter aber ist dies heutzutage für kein wirtschaftlich denkendes Unternehmen mehr zu realisieren. Mit den Fördermitteln des SMI konnten wir jetzt zumindest für drei Wohnungen dieses Dilemma lösen und langfristig Mieten von 6,50 Euro realisieren. Ich wünsche mir sehr, dass dieses wichtige Projekt eine Zukunft hat“, so Steffen Foede, Vorstand der WG UNITAS.

Dass die Wohnungen auch bei den Leipzigern ankommen, zeigte sich bereits beim Vermietungsstart. „Auffällig dabei war, dass diese nicht nur für die ältere Generation interessant sind“, betont Steffen Foede.

Für den VSWG ist das lebenswerte Altern in eigener Häuslichkeit eines seiner zentralen Themen. Der Bedarf ist enorm. Jüngsten Studien zufolge werden bis 2030 über 130.000 barrierearme bzw. barrierefreie Wohnungen im Freistaat benötigt. „Altersarmut, Pflegepersonalverknappung, Infrastrukturdefizite in ländlichen Regionen sowie Erodierung familialer und informeller Hilfestrukturen können nur mit entsprechen-den Angeboten bewältigt werden. Wir benötigen Unterstützung für ein selbstbestimmtes Wohnen und Leben durch bedarfsgerechte bauliche, soziale und unterstützende technische Dienstleistungen. Durch die Erreichung dieses Ziels kann eine längere Verweildauer in den Wohnungen sowie damit einhergehend eine Entlastung der Sozialsysteme erfolgen“, erklärt Dr. Axel Viehweger, Vorstand des VSWG. Die Sozialsysteme können um ca. 3 Mrd. Euro pro Jahr entlastet werden, wenn aufgrund des Wohnungsumbaus bei 15 % der Menschen, die pflegebedürftig werden, eine Aufnahme in ein Heim vermieden bzw. die Verweildauer in der eigenen Wohnung verlängert werden kann. Projekte wie diese sind daher von hoher gesellschaftlicher Bedeutung.

„Was wir jetzt benötigen, ist die Schaffung eines sachsenweiten Förderprogramms zur Unterstützung demografisch relevanter Wohnungsumbauten, zur Finanzierung der Investition für Unternehmen und um die Nutzer der Wohnungen (meist Rentenempfänger) nicht über ihre Möglichkeiten hinaus zu belasten“, so der VSWG-Vorstand.

In der nächsten Phase des Pilotprojektes werden die Mieter der fünf Testwohnungen circa sechs Monate nach dem Einzug nach ihren Erfahrungen befragt. Ergebnis des Pilotprojektes sind praxiserprobte, sinnvolle Ausstattungsmerkmale für generationengerechtes, bezahlbares Wohnen. Dies soll eine Basis für einen Standard sein, der im Bedarfsfall der Städtebau- und Wohnraumförderung zugrunde gelegt werden kann. Der VSWG versucht jetzt, die Förderregularien im sächsischen Doppelhaushalt 2017/18 zu verankern. Als Start schlägt er vor, 100 Wohnungen mit insgesamt einer Million Euro pro Jahr zu fördern. Wenn dies gelingt steht einem künftigen Ausbau sächsischer Wohnungen nichts mehr im Wege. Parallel versucht der Verband in Spitzengespräch mit Kranken- und Pflegekassen die Förderkataloge so neu zu gestalten, dass auch hier der moderne Umbau in altersgerechte Wohnungen stärker gefördert wird.

+ Die digital vernetzte Wohnung in der Erika-von-Brockdorff-Straße 16 in Möckern ist ab sofort zu mieten. Infos erhalten Sie in unserem Beratungszentrum Nord.

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